Mit zwei knappen Niederlagen gegen England und Katalonien, sowie einem Sieg gegen Russland kehrte die Korfball-Seniorenauswahl vom Vier-Nationen-Turnier aus Barcelona zurück.
Mit im Gepäck hatten die beiden Trainer Jan Hof und Thomas Kupka die Erkenntnis, dass Deutschlands-Korbwerfer mit diesen drei Nationen, die bei der WM Ende Oktober in China nach der Gruppenphase zu Gegnern werden könnten, durchaus „auf Augenhöhe“ stehen. Dass noch längst nicht alles passt, war beim ersten Auftritt nach der Sommerpause, praktisch ohne spezielle Vorbereitung, auch nicht anders zu erwarten.
So gab es bei diesem „Test-Turnier“ weitere Aufschlüsse über Stärken und Schwächen im Team. Taktische und personelle Varianten wurden ausprobiert und werden demnächst in den weiteren Trainingseinheiten analysiert. „Spielerisch und kämpferisch kann man mit diesem Wochenende zufrieden sein,“ so das Fazit des Trainer-Duos. Wenn das Team Druck aufbauen kann, kommt es auch zum Erfolg, hieß es weiter. Wichtig war für Thomas Kupka zudem die Erkenntnis, dass sich die Mannschaft auch durch einen Rückstand nicht gleich aus der Ruhe bringen lässt.
So war es auch in der Partie gegen Katalonien. Da machte Deutschlands Equipe um Björn Baran (HKC Albatros) aus einen 8:13-Rückstand mit fünf Treffern in Folge noch den 13.13-Ausgleich, ehe die Gastgeber zum Schluss noch den 14:13-Siegtreffer landeten.
Das zweite Match gegen den “alten Rivalen“ aus England war von einer guten Verteidigungsarbeit geprägt. Deutschland baute auch viel Druck auf und ging verdient mit 6:3 in die Halbzeitpause. Im zweiten Durchgang machte sich dann jedoch etwas Müdigkeit bemerkbar, England verkürzte auf 7:9 und drehte die Partie letztlich per „Golden Goal“ in der Verlängerung noch zum 10:9-Endstand. Möglicherweise mitentscheidend war die Verletzung von Julian Schittkowski, der mit Verdacht auf Bänderriss ausgewechselt werden musste. Bitter für den Korbwerfer des Schweriner KC, der nach einer Meniskus- und Kreuzband-Operation gerade wieder Anschluss gefunden hatte. Im deutschen Team hofft man nun, dass sich die Verletzung vielleicht doch “nur“ als Bänderdehnung herausstellen wird. Dann wäre Schittkowskis WM-Teilnahme nicht gefährdet.
Im dritten und letzten Turnierspiel gab es dann noch einen 16:13-Sieg gegen Russland. Zwar fehlte in diese Partie die körperliche und mentale „Spritzigkeit“, doch mit Hilfe von einigen Korrekturen bei “Time-Outs“ blieb das Team um Katharina Holtkotte (Adler Rauxel) auf Siegkurs.
In der Abschluss-Statistik sprang somit der dritte Platz hinter dem punktgleichen Team aus England heraus, das zwei Spiele per „Golden Goal“ gewonnen hatte. Sieger wurde der Gastgeber aus Katalonien, Russland wurde Vierter.
Als Resümee fasste Deutschlands Teamsprecher Jochen Schittkowski zusammen: „Der Weg nach China ist immer noch lang. Aber wir wissen, welchen Weg wir nehmen müssen.“
Quelle: DerWesten.de, 12.09.2011, Ralf Schacht